Verkehrswende in Sichtweite?

Bürgermeister Oliver Martini plädiert für noch mehr Rad- und Fußverkehr / Corona-Pandemie auch als Chance sehen

 

In schweren Zeiten rückt die Gesellschaft näher zusammen – in der Corona-Krise ist das jedoch nur bildlich gesprochen. Egal ob Klatschkonzerte mit den Nachbarn, abendliche Videokonferenzen unter Freunden oder die Verlagerung des Arbeitsplatzes und Klassenzimmers in die eigenen vier Wänden. In diesen Wochen spürt man in ganz Deutschland trotz Abstandsregeln Solidarität und Zusammenhalt. Das gilt auch für die Mobilität, findet Bürgermeister Oliver Martini und plädiert für noch mehr Rad- und Fußverkehr in Zeiten von Corona.

 

„Denn auf dem Rad oder zu Fuß lässt sich nicht nur leicht der Abstand wahren, sondern Bewegung an der frischen Luft stärkt die eigene Gesundheit und das Immunsystem“, sagt der Dezernent.

 

Es hat sich gezeigt: Gerade mit der zwischenzeitlich reduzierten Kontaktsperre und der Bitte zu Hause zu bleiben, lassen sich manche Wege im Alltag nicht gänzlich vermeiden. Auch während der weiterhin andauernden Corona-Pandemie bleiben der gelegentliche Einkauf und der Weg zur Arbeit für viele Menschen nicht aus. Gut, dass Radfahren und Zufußgehen in Zeiten von Corona bei uns nicht nur möglich, sondern sogar absolut zu empfehlen sind. Unter Einhaltung der gegebenen Abstandsregeln gilt das Rad als perfektes Verkehrsmittel. Die Ansteckungsgefahr ist sehr gering und wer in die Pedale tritt, hält sich fit. Und von so autofreien Straßen wie sie seit Wochen in Offenburg zu finden sind, träumen Fußgänger und Radfahrer schon seit Jahrzehnten. Viel Platz also für körperlichen Abstand auf notwendigen Wegen zu Fuß oder mit dem Rad.

 

Und in der Tat: Seit Beginn der Corona-Krise legten Bürgerinnen und Bürger laut des Big-Data-Startups Motiontag fast zweieinhalb Mal so viele Wege zu Fuß oder mit dem Rad zurück als zuvor. Viele steigen erstmals seit langem wieder aufs Fahrrad. Eingesessene Radler schwärmen davon, wie viel schneller sie derzeit von A nach B kommen.

 

Auch für die Stadt Offenburg als Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Fahrrad- und Fußgängerfreundlicher Kommunen Baden-Württemberg e.V. (AGFK-BW) bedeutet Covid-19 keinesfalls eine Pause für die Rad- und Fußverkehrsförderung. Ganz im Gegenteil: Besonders jetzt ist es wichtig, auf die Vorteile des Radfahrens und Zufußgehens aufmerksam zu machen und eine langfristige Veränderung im Mobilitätsverhalten der Bevölkerung zu erzielen. So kann die Corona-Pandemie auch eine Chance sein, die Verkehrswende voranzubringen.

 

Eine ordentliche Portion Glückshormone hat noch niemandem geschadet. Genau diese schüttet der Körper aus, wenn man ihn an der frischen Luft bewegt. Wem also wegen der vielen Stunden zu Hause die Decke auf den Kopf fällt, tut seiner Psyche und seiner Gesundheit etwas Gutes, indem er zu Fuß geht oder das Fahrrad nimmt. Auch die Lunge profitiert vom Radfahren. Eine trainierte Atemmuskulatur kann mehr Luft aus der Lunge pumpen und so sauerstoffreiche Luft nachströmen lassen. Die Bewegung im Grünen stärkt die Lungenschleimhäute und schützt vor Infekten.