Klimawandel in Offenburg


Das Offenburger Klima

 

Das Klima in Offenburg ist warm und gemäßigt und wird durch seine Lage zwischen Oberrheingraben und Schwarzwald bestimmt. In der Klimanormalperiode von 1991-2020 betrug die jährliche Durchschnittstemperatur 11,69 °C und es fielen durchschnittlich 890 mm Niederschlag im Jahr. Im gleichen Zeitraum lag die Jahresmitteltemperatur in Gesamtdeutschland bei 9,3 °C und die durchschnittliche Niederschlagsmenge bei 792 mm im Jahr.

 

Die vergleichsweise hohe Niederschlagsmenge wird insbesondere durch den Staueffekt der aus Westen kommenden atlantischen Luftmassen am Rande des Schwarzwaldes bedingt. Die hohen Durchschnittstemperaturen spiegeln die thermische Begünstigung des Oberrheingrabens wider, wo subtropisch-mediterrane Luftströmungen aus dem Süden und warme Fallwinde von den Vogesen wirken.

 

Klimawandel in Offenburg

 

Außer im relativ kühlen Jahr 1996 liegen die Jahresdurchschnittstemperaturen in Offenburg seit 1988 konstant über der 10-Grad-Marke. Insgesamt steigen die Jahresdurchschnittstemperaturen auffallend an. 17 der 20 wärmsten Jahre seit 1958 liegen in diesem Jahrtausend. Mit 13,18 °C im Durchschnitt war 2020 das wärmste Jahr.

 

Das Jahresmittel 1991 bis 2020 übersteigt mit 11,66 °C den Wert der letzten Klimanormalperiode um mehr als anderthalb Grad (1961-1990: 10,035 °C). »Mehr dazu

 

Sonnenscheindauer

 

Die Badener Winzer sind mit ihrem Werbeslogan „Badischer Wein von der Sonne verwöhnt“ bekannt. Auch Winzer nahe Offenburg können sich mit durchschnittlich 1.900 Sonnenstunden pro Jahr daran erfreuen. 2020 wurde sogar ein neuer Rekord mit jährlich über 2.200 Sonnenstunden erreicht.

 

Auf den ersten Blick scheinen die vielen Sonnenstunden positiv zu sein, doch vor allem dann, wenn sie mit ausbleibendem Niederschlag einhergehen, werden sie zunehmend auch zu einer Herausforderung für Mensch und Natur. »Mehr dazu

 

Kenntage in Offenburg

 

Das Jahr 2020 war insgesamt das heißeste Jahr in Offenburg. An 97 Tagen wurde der Schwellenwert eines „Sommertags“ überschritten. Davon waren 31 Hitzetage und acht Wüstentage. Nur die beiden Rekordjahre 2003 und 2018 weisen mehr Sommertage auf. So zeigt sich die extreme Hitzewelle im Jahr 2003 mit über 108 Sommertagen, 38 Hitzetagen und zwölf Wüstentagen. Während des Rekordjahres 2018 wurden 113 Sommertage, 42 Hitzetage und acht Wüstentage gemessen. Auf Landesebene sind ähnliche Veränderungen zu verzeichnen. Im baden-württembergischen Landesmittel wurden im Jahr 2020 55 Sommertage gezählt, nur die Hitzejahre 2003, 2018 und 2019 weisen mit 79,7 und 55,4 noch mehr Sommertage auf.

 

Insgesamt nimmt die Anzahl Sommer-, Hitze- und Wüstentage zu, während die Anzahl der Frost- und Eistage abnimmt. »Mehr dazu

 

Niederschlag

 

Die jährliche Niederschlagssumme in Offenburg schwankt seit Beginn der Aufzeichnungen zwischen 600 und 1.200 mm. Im Mittel ist jedoch eine leichte Abnahme des Jahresgesamtniederschlags seit Beginn der Messungen 1966 erkennbar. Die beobachtete Veränderung ist allerdings nicht gleichmäßig über das gesamte Jahr verteilt. Am stärksten ist dieser Trend im Frühling zu beobachten mit einer starken Niederschlagsabnahme und zunehmenden Dürrephasen.

 

Diese klimatischen Phänomene bedrohen dabei auch immer mehr die heimische Flora in ihrer Artenvielfalt. »Mehr dazu

 

Extremwetterereignisse

 

Das Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) hat in seinem Bericht 2014 herausgestellt, dass durch den Klimawandel auch die Wahrscheinlichkeit extremer Wetterereignisse ansteigt. Zu diesen zählen zum Beispiel Hitze- oder Kältewellen sowie Sturmereignisse. Bedingt durch die Erderhitzung und Klimaveränderungen gerät das globale Klimasystem immer weiter aus dem Gleichgewicht. Meeresströme verändern sich und Windsysteme schwanken immer öfter aus ihren Linien. So kam es beispielsweise durch die Veränderung des Polarwirbels Anfang 2021 zu rasanten Wintereinbrüchen. Im Gegenzug gibt es starke Hitzewellen im Sommer. Im Vergleich zur mittleren Jahrestemperatur oder der jährlichen Niederschlagssumme sind diese Extremereignisse besser erfahrbar und greifbarer.

 

In Bezug auf den Niederschlag sind Extremereignisse schwerer zu ermitteln. Hagelgewitter beispielsweise sind aufgrund ihrer kurzen Lebensdauer und geringen räumlichen Ausdehnung von großflächigen meteorologischen Beobachtungssystemen nur schwer zu erfassen. Starkregenereignisse können selten dokumentiert werden, da insbesondere Niederschlagsmesser häufig nur sechsstündlich oder einmal täglich ausgewertet werden oder die Daten direkt in Tageswerte umgewandelt werden.

 

Quellen Klimadaten: 1958 - 2003 DWD Offenburg; 2004 Januar - März LTZ Ortenberg; seit April 2004 Meteogroup Offenburg