Überlebenswichtig für Insekten

Auf den Offenburger "Natur nah dran"-Flächen zeigen sich die ersten Farbtupfer/Webinar-Reihe

Noch wirkt vieles grau und winterlich, doch auf einigen „Natur nah dran“-Flächen in Offenburg zeigen sich bereits die ersten Farbtupfer, die den Frühling einläuten. Die frühen Blühpflanzen sind nicht nur schön anzusehen. Sie sind überlebenswichtig für die ersten Insekten des Jahres, die sich ab Mitte Februar auf die Suche nach Nektar und Pollen machen.

 

Hummelköniginnen zählen zu den auffälligsten Frühstarterinnen. Deutlich größer als ihre später schlüpfenden Arbeiterinnen sind die Königinnen schon früh im Jahr auf der Suche nach Nahrung und geeigneten Nistplätzen. Nach dem Winter benötigen sie nun dringend Nektar und Pollen, um genügend Kraft für die Gründung eines neuen Volkes zu sammeln. Neben ihnen sind auch Mauerbienen und andere Wildbienenarten früh im Jahr aktiv.

 

Damit Frühblüher zum Nahrungsangebot der Insekten beitragen, dürfen sie nicht zu stark züchterisch verändert sein. Gefüllte Blüten oder eine unnatürliche Farbgebung führen häufig dazu, dass Blütenbesucher nicht an den begehrten Pollen gelangen oder die Blüte gar nicht erst als potenzielle Nahrungsquelle erkennen.

 

Im Rahmen des NABU-Projekts „Natur nah dran“ hat die Stadt Offenburg 2025 an fünf Orten im Siedlungsgebiet naturnahe Flächen angelegt. Die Flächen am Freizeitbad Stegermatt, Schillergymnasium, Kindertagesstätte Ölberg, Im Böschmättle und Südring/Ahornallee erwachen nach und nach aus ihrer Winterruhe und beherbergen eine Vielzahl von Wildpflanzen, darunter auch wichtige Frühblüher. Hier können Bürgerinnen und Bürger entdecken, welche Arten jetzt schon blühen – und dabei Spannendes über ihre besondere Rolle im Naturhaushalt erfahren.

 

Diese Frühblüher blühen jetzt auf unseren „Natur nah dran“-Flächen:

 

Schneeglöckchen (Galanthus nivalis) blühen weiß von Februar bis März. Ihre Blüten sind so konstruiert, dass sie Nektar und Pollen auch bei kühlem Wetter geschützt anbieten – eine wichtige Anpassung an die frühe Blütezeit.

 

Winterlinge (Eranthis hyemalis) blühen von Januar bis März und gehören damit zu den allerersten Blühpflanzen. Ihre offenen, schalenförmigen gelben Blüten sind gut zugänglich und werden von zahlreichen Wildbienenarten besucht, darunter auch die gut erkennbare Blauschwarze Holzbiene.

 

Kleine Traubenhyazinthe (Muscari botryoides) blüht blau von April bis Mai. Die nach unten geöffneten Glöckchen schützen das Innere der Blüten vor Feuchtigkeit. Außerdem haben sie eine spezielle Ausbreitungsstrategie: Fallen Regentropfen auf die Glöckchen oder werden sie vom Wind in Bewegung versetzt, werden die Samen herausgeschleudert und mit dem Wasser weitertransportiert.

 

Hintergrund
Offenburg wurde 2025 im Projekt „Natur nah dran“ gefördert. Die Förderung umfasst neben finanzieller Unterstützung unter anderem Schulungen für kommunale Mitarbeitende. Das Kooperationsprojekt „Natur nah dran“ von NABU und dem Land Baden-Württemberg wird gefördert durch das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg. Ziel ist es, Städte und Gemeinden dabei zu unterstützen, Grünflächen im Sinne der Biodiversität umzugestalten. Bis 2027 werden jährlich 15 Städte und Gemeinden gefördert. Seit 2016 wandelten 121 Kommunen bereits über 290.000 Quadratmeter naturnah um.

 

Weitere Informationen zum Projekt gibt es im Internet unter www.naturnahdran.de 

 

Thematische Webinar-Reihe

 

Frühblüher gedeihen nicht nur auf öffentlichen Flächen, sondern sind auch eine ökologische Bereicherung für den Privatgarten. Wer im eigenen Garten die Artenvielfalt unterstützen möchte, kann sich in der achtteiligen NABU-Webinar-Reihe „Ein Jahr im Naturgarten“ informieren. Der Einstieg ist zu jedem Termin möglich.

 

Kostenfreie Anmeldung ist unter www.MenschNatur.org/webinar möglich.