Kaiser Wilhelm und Kätzchenweide
Obsthochstamm- und Sträucheraktion 2026 gefördert: für mehr heimische Biodiversität im Garten
Die Stadt Offenburg und die Technischen Betriebe Offenburg fördern auch in diesem Jahr wieder in Zusammenarbeit mit den Gemeinden Hohberg und Achern das Anpflanzen von hochstämmigen Obstbäumen. Mit Unterstützung der BUND-Ortsgruppe Hohberg und dem Förderverein Ortenauer Streuobstanbau FOSA wird eine Sammelbestellung organisiert. Die dieses Jahr angebotenen Sorten wurden in Zusammenarbeit mit der Beratungsstelle für Obst- und Gartenbau des Landratsamts ausgewählt.
Interessierte Haushalte erhalten maximal zehn Bäume. Bei den Sträuchern sind es pro Art maximal drei Stück – insgesamt können höchstens 24 Sträucher pro Haushalt bestellt werden.
Ab diesem Jahr deckelt die Stadt Offenburg die Kosten pro Baum samt Holzpfahl und Schnur für die Bürger*innen auf 25 Euro. Auch der Preis für einen Strauch ist bei 2,50 Euro gedeckelt. Der verbleibende Betrag des Einkaufspreises wird von der Abteilung Grünflächen und Umweltschutz übernommen.
In Zusammenarbeit zwischen der Abteilung 5.1 Grünflächen und Umweltschutz und der Klimaanpassungsmanagerin Alexandra Rohmer werden in diesem Jahr zudem heimische Sträucher zum Kauf angeboten.
Nach dem Ausfüllen der Bestellkarte diese ausschneiden und auf eine Postkarte kleben, Telefonnummer und Frankierung nicht vergessen! Die Bestellungen – auch die Online-Bestellungen – können ab dem 19. Oktober aufgegeben werden. Einsendeschluss ist Sonntag, 25. Oktober. Die Bäume samt Pfählen und Schnüren sowie die Sträucher werden am Samstag, 28. November, von 8 bis 11 Uhr bei den Technischen Betrieben Offenburg (TBO), Kinzigstraße 3, ausgegeben.
Jede*r Besteller*in muss sich den Abholtermin vormerken und ist verpflichtet, die bestellte Ware ohne weitere Benachrichtigung zum genannten Zeitpunkt gegen Barzahlung abzuholen. Eine telefonische Bestellung ist nicht möglich.
- Apfel
- Birne
- Süßkirsche
- Steinobst
- Sträucher
Brettacher: wertvolle Wirtschaftssorte, auch als Tafelapfel geeignet; große, saftige Früchte, leicht gewürzt mit frischer Säure; volles Aroma nur bei guter Belichtung; starker Wuchs; keine nassen Böden; späte Blüte; nicht zur Befruchtung geeignet; Pflückreife: Mitte Oktober; Genussreife: Dezember bis April.
Gewürzluiken: alte süddeutsche Hauptsorte; mittel bis starkwüchsig, rundkronig; regelmäßig und reichtragend; mittelgroße bis große, kräftig rote Früchte mit würzig-säuerlichem Geschmack; vielseitig verwendbar; Genussreife November bis März.
Graue Herbstrenette: Anspruchslose alte Tafel- und Wirtschaftssorte; starker Wuchs, ergibt markante Bäume; schwere Böden wegern Obstbaumkrebs meiden; berostete Schale; saftiges, würziges Fruchtfleisch; leicht säuerlich; Genussreife Oktober bis Dezember.
Kaiser Wilhelm: Tafel- und Wirtschaftsapfel; starkwüchsig und robust; landschaftsprägender Baum; rote Frucht mit hellen Punkten; festes süß-säuerliches Fruchtfleisch, leichtes Aroma; Pflückreife Anfang Oktober, Genussreife bis Ende Januar.
Rote Sternrenette: Attraktiver Tafel- und Wirtschaftsapfel; sehr robuste und krankheitswiderstandsfähige Hochstammsorte; mittelgroße, blutrote Früchte mit grüngelben Sternchen und rötlichen Adern; süß-säuerlich, vielseitig verwendbar; mittelstarker, hochkroniger Wuchs; Pflückreife Mitte bis Ende September, Genussreife bis Ende Dezember.
Bayerische Weinbirne: Alte Wirtschaftssorte, auch zum Einkochen und dörren geeignet; große, flaschenförmige, saftige Frucht mit süßherbem Fruchtfleisch; robust, gilt als feuerbrandresistent; große, hochovale Bäume; Verwertungsreife Oktober bis November.
Stuttgarter Geißhirtle: Um 1780 im Raum Stuttgart beschrieben; Ausgezeichnete Sommerbirne, mittelstarker, gleichmäßiger Wuchs bei regelmäßigem Ertrag; gelbgrüne Frucht mit dunkelroten Backen; saftiges, feinwürziges Fruchtfleisch mit zimtartigem Aroma; Reife Mitte August bis Mitte September.
Burlat: frühe Tafelkirsche, relativ platzfest, starker Wuchs mit hochovaler Krone, geeignete Befruchtersorten sollten in der Umgebung stehen, große Früchte, festes, saftiges und aromatisches Fruchtfleisch, Befall mit Kirschfruchtfliege geringer als bei späten Sorten.
Oullins Reneklode: Früh reifende Sorte für den Frischverzehr; Fruchtfleisch gelblich; süßer, leicht würziger Geschmack; stark wüchsiger Baum, ohne regelmäßigem Schnitt verkahlt das Fruchtholz; selbstfruchtbar und guter Pollenspender; Ertrag schwankend; Reife im August.
Ersinger Frühzwetschge: Geschmacklich hochwertige Frühzwetschge; Verwendung als Tafel- und Verwertungsfrucht; Reife: Juli bis Anfang August; starker Wuchs; scharkatolerante Sorte; bedingt selbstfruchtbar; regelmäßiger Schnitt erhält die Vitalität.
Die angebotenen Arten wurden nach ihrem ökologischen Mehrwert und ihrer gestalterischen Wirkung ausgewählt. Ein Strauch (wurzelnackt, 3-5 Triebe) kostet 2,50 Euro. Den verbleibenden Anteil übernimmt die Abteilung Stadtentwicklung. Zur Förderung der Biodiversität können pro Art maximal drei Sträucher und insgesamt bis zu 24 Stück bestellt werden.
Crataegus monogyna – Weißdorn: hoher ökologischer Wert; reichhaltige Blütenstände bieten im Mai und Juni reichlich Nektar und Pollen für Wildbienen, Schwebfliegen und Käfer; dichtes, dorniges Geäst dient Vögeln und Kleinsäugern als Nist- und Rückzugsort; trockenheitsresistent.
Rhamnus cathartica – Kreuzdorn: eine der Hauptnahrungspflanzen der Raupen des Zitronenfalters sowie des seltenen Kreuzdorn-Zipfelfalters; nektarreiche Blüten im Frühsommer sind wertvolle Futterquelle für spezialisierte Insekten; Dornenstruktur bietet Kleintieren Schutz; wärmeliebend und trockenheitsresistent.
Viburnum lantana – Wolliger Schneeball: wichtig für trockenwarme Saumbiotope; nektar- und pollenreichen Schirmdolden im Mai locken zahlreiche Käferarten, Schwebfliegen und kurzrüsselige Wildbienen an; dient als Raupenfutterpflanze für verschiedene Spanner- und Eulenfalterarten; wertvoll für sonnige, artenreiche Wildgehölzstreifen.
Sambucus nigra – Schwarzer Holunder: Struktur- und Nährgehölz; abgestorbene Zweige sind Niststätten für stängelbrütende Wildbienen und Grabwespen; duftende Blütenstände ziehen Insekten an; rascher Wuchs sorgt für dichte Deckung und mehr Strukturvielfalt.
Viburnum opulus – Wasserschneeball: Schirmdolden bieten mit Innenblüten Nektar und Pollen; Nährpflanze für spezialisierte Insekten wie den Schneeball-Blattkäfer sowie Raupen verschiedener Nachtfalter; fördert Struktur- und Artenvielfalt feuchter Heckenbestände.
Ligustrum vulgare – Gemeiner Liguster: duftende Blütenrispen im Juni und Juli werden von Schmetterlingen (u. a. Ligusterschwärmer, Dickkopffalter) und langrüsseligen Wildbienen beflogen; Raupenfutterpflanze für spezialisierte Nachtfalter wie den Ligusterschwärmer; Laub liefert wertvolle Winterquartiere für überwinternde Insekten und Spinnentiere; bildet dichte Rückzugsräume.
Salix caprea – Kätzchenweide: männliche Kätzchen liefern ab März Pollen, weibliche Nektar für Hummelköniginnen und Sandbienen (z. B. Weidensandbiene); Nahrungspflanze für über 200 Insektenarten (über 100 Falterarten wie Großer Schillerfalter und Abendpfauenauge); wertvolles Pioniergehölz für den Start in das Insektenjahr.
Cornus mas – Kornelkirsche: Früheste Nektar- und Pollenquelle; leuchtend gelbe Blüten ab Februar/März; Raupenfutterpflanze für verschiedene Spannerarten; bildet im Alter dichte, astreiche Kronen als ganzjährige Schutzhabitate für Kleintiere; ideal für sonnige Hecken.
Weitere Informationen zur Aktion: Stadt Offenburg, Abt. 5.1 Grünflächen und Umweltschutz, Telefon 0781/82-2380. Bei Rückfragen stehen Wolfram Reinhard per E-Mail an wolfram.reinhard@offenburg.de oder Stefanie Birk, E-Mail an stefanie.birk@offenburg.de zur Verfügung. Zur online-Bestellung, siehe QR-Code.