KLIMAFASTEN (I): Jana Schwab engagiert sich für den Klimaschutz und sieht die Stadt Offenburg in der Pflicht

8. März 2019

 

Auch 2019 greift die städtische Klimaschutzmanagerin Bernadette Kurte die Initiative „Klimafasten“ der evangelischen Landeskirchen auf. Bis Ostern stellt sie Jugendliche vor, die sich für den Klimaschutz einsetzen. Unterstützt wird sie dabei vom BUND-Umweltzentrum Ortenau, der Evangelischen Erwachsenenbildung Ortenau und dem katholischen Bildungszentrum Offenburg. Zum Auftakt unterhält sich Kurte mit Jana Schwab, 17 Jahre alt und Schülerin des Klostergymnasiums, über ihr privates und politisches Engagement für den Klimaschutz.

 


Jana, in was für einer Welt möchtest du in der Mitte deines Lebens gerne leben?

Jana Schwab: Mir ist eine gerechte und soziale Welt wichtig. Wenn wir den Klimawandel nicht stoppen, bedeutet das für viele Regionen in der Welt, dass der Hunger weiterhin zunimmt. Das führt dann zu weiteren Flüchtlingsbewegungen derjenigen, denen ihre Lebensgrundlagen weggenommen wurden. Deswegen wünsche ich mir eine Welt, in der globale soziale Gerechtigkeit im Mittelpunkt steht.

 

Wie siehst du die Chancen, dass sich die Gesellschaft tatsächlich in die Richtung bewegt?

Jana Schwab: Bevor sich die Fridays for Future-Bewegung gefunden hat, war ich nicht so optimistisch. Ich habe die sozialen und ökologischen Missstände gesehen und gedacht: Ich kann nichts daran ändern. Als der Schulstreik von Greta Thunberg bekannt wurde, habe ich aber gesehen, dass ein Mädchen die Welt auf den Kopf stellen kann. Greta und unsere Bewegung erfahren inzwischen große Aufmerksamkeit. Das zeigt mir: Wir werden was verändern.

 

Wie willst du dazu beitragen, dass diese Veränderung eintritt?

Jana Schwab: Ich lebe bewusst und engagiere mich schon lange politisch: Ich bin bei der Linksjugend aktiv und seit Ende 2018 Sprecherin der Offenburger Gruppe von „Fridays for Future“ – die Jugendbewegung, die über Schulstreiks daran erinnert, dass wir den Klimawandel aufhalten müssen. Außerdem kandidiere ich mit der „Linke Liste Ortenau“ für den Kreistag. Dort will ich mich für ökologische Themen einsetzen. Ich bin, glaube ich, die jüngste Kandidatin.

 

Wie soll es denn in Offenburg künftig aussehen?

Jana Schwab: Die Stadt muss klimaneutral werden. Bis 2030 müssen wir weitestgehend CO2-neutral leben, sonst verfehlen wir das in Paris vereinbarte 2-Grad-Ziel. Hierfür muss der öffentliche Nahverkehr besser werden, auch über die Stadtgrenzen hinaus, und kostenlos für alle. Auch Radfahren und Zufußgehen muss attraktiver werden – im Moment hat man das Gefühl, die Autofahrer haben mehr Rechte als andere Verkehrsteilnehmer. Darüber hinaus ist der Ausbau der erneuerbaren Energien wichtig. Hier soll die Stadt vorangehen und die städtischen Dächer mit Solaranlagen ausstatten.

 

Was machst du privat für den Klimaschutz?

Jana Schwab: Seit zwei Jahren lebe ich vegetarisch. Das fanden meine Eltern zuerst gar nicht gut, inzwischen haben sie sich jedoch damit abgefunden. Darüber hinaus trage ich fast ausschließlich Second-Hand-Kleidung und vermeide Produkte, die in Plastik eingepackt sind. Bei Hygiene und Kosmetikartikeln im Bad habe ich es schon geschafft: Ich nutze Haarseife statt Shampoo in Plastikflaschen und mache meine Zahnpasta selbst. Anregungen und Tipps beziehe ich hauptsächlich aus dem Buch „Und jetzt retten wir die Welt“ von Ilona Koglin und Marek Rohde.