Ohne Fossiles

07. Februar 2020

 

Das E-Werk Mittelbaden lädt zu Wärmepumpentagen ein

 

Michael Mathuni ist Energieberater im E-Werk Mittelbaden. Die Redaktion sprach mit ihm über Heizsysteme im Neubau und Alternativen im Sanierungsfall.

 

Herr Mathuni, Umweltschutz, Nachhaltigkeit und Energieeffizienz ist das Anforderungspaket, das Hausbesitzer erfüllen wollen, wenn sie unabhängig von fossilen Brennstoffen werden möchten. Welches Heizsystem können Sie empfehlen?

Michael Mathuni: Das „ideale“ Heizsystem ist vom Gebäude und den individuellen Gegebenheiten abhängig. Mit einer neuen Wärmepumpenheizung können die aktuellen gesetzlichen Anforderungen zur Energieeffizienz eines Gebäudes, die beim Neubau und der Heizungssanierung gelten, mit relativ geringem Aufwand erfüllt werden. Ein Stromanschluss ist bei jedem Gebäude vorhanden. Weitere oft kostenintensive Infrastruktur, wie ein Erdgasanschluss oder Raum für das Brennstofflager bei einer Pellet- oder Ölheizung, wird nicht benötigt. Moderne Wärmepumpen sind für den Einsatz von Fußbodenheizungen gedacht, können aber auch mit herkömmlichen Heizkörpern kombiniert werden, die eine etwas höhere Vorlauftemperatur benötigen.

 

Was zeichnet die Wärmepumpe aus?

Mathuni: Hohe Effizienz, da für die Erzeugung der Heizwärme hauptsächlich die Umweltenergie  wie Erdwärme, Grundwasser oder Umgebungsluft genutzt und sehr wenig elektrische Antriebsenergie benötigt wird. Je nach Art der Wärmepumpe und der damit genutzten Umweltenergie erzeugt sie aus einer Kilowattstunde Strom bis zu fünf Kilowattstunden Wärme. Am weitesten verbreitet sind Luft-Wärmepumpen, bei denen ein kompaktes Außenmodul die Umgebungsluft ansaugt und dem Heizsystem zuführt. Die Außenmodule sind sehr geräuscharm im Betrieb und in schickem, funktionalem Design erhältlich. Und zusätzlich zur Heizung und zur Warmwasserbereitung ist eine Gebäudekühlung ohne Zusatzkomponenten integrierbar, indem der Prozess im Sommer einfach umgekehrt und dem Innenraum Wärme entzogen wird.

 

Auf welche Fördermittel können Haussanierer oder Bauherren zurückgreifen?

Mathuni: Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle fördert den Einbau von effizienten und umweltfreundlichen Heizsystemen. Seit diesem Jahr gibt es neue Fördersätze: Im Bestand ist bei der Heizungssanierung mit einer Wärmepumpe ein Zuschuss von 35 Prozent der Kosten erhältlich. Der gleiche Fördersatz gilt für die Wärmepumpe im Neubau. Beim Tausch einer alten Ölheizung sind es bis zu 45 Prozent.

 

Das E-Werk Mittelbaden bietet im Februar 2020 ausdrücklich Informationen zum Einsatz von Wärmepumpen an. Was erwartet die Besucher/innen?

Mathuni: In zwei Fachvorträgen möchten wir über die Einsatzmöglichkeiten einer Wärmepumpe informieren. Seit 2018 haben wir mit unserem Angebot E>Wärme ein Rundum-Sorglos-Paket für eine Wärmepumpenheizung im Programm. Kunden erhalten ohne Investitionskosten und ohne Risiko eine neue, effiziente Wärmepumpe. Informationen dazu gibt es am Donnerstagabend, 13. Februar, um 18.30 Uhr in der E>welt in Offenburg. Am Samstag, 15. Februar, um 10 Uhr informieren wir Wärmepumpen-Besitzer, wie sie mit wenigen Handgriffen ihre Anlage überprüfen und dabei Heizkosten senken können.